Die Suche nach den besonderen pädagogischen Möglichkeiten
40 Jahre Astrid-Lindgren-Schule in Bohmte, das sind 40 Jahre, in denen sich engagierte Lehrerinnen und Lehrer um Kinder bemühen, die in den Bereichen "Lernen" und später auch im Bereich "geistige Entwicklung" einer besonderen Förderung bedürfen.
Nach den kleinen Anfängen am 18. April 1966 mit 43 Schülern in zwei Klassen und nur 2 Lehrkräften hat sich die Schule bis heute zu einem anerkannten Förderzentrum entwickelt, das im Altkreis Wittlage bekannt und aktiv ist.
An den Bezeichnungen für unsere Schule kann man ablesen, welch rasante Entwicklung in den vergangenen 40 Jahren stattgefunden hat. Von den Spezialschulen, den sog."Sonderschulen", entwickelten wir uns zum "Förderzentrum" bzw. zur"Förderschule". Der spezielle Unterricht für entwicklungsbeeinträchtigte Kinder wurde ergänzt durch das präventive Beraten und Unterstützen der Grund- und Hauptschulen im Altkreis Wittlage. Im Vordergrund aller Bemühungen stand dabei immer die Suche nach den "besonderen pädagogischen Möglichkeiten", um Kinder mit Problemen beim Lernen zu fördern und ihre Entwicklung positiv zu begleiten.
Die Astrid-Lindgren-Schule, die seit 1971 auch von Schülern mit geistiger Behinderung besucht wird, fühlt sich von jeher einem individuellen Konzept von Pädagogik verpflichtet. Das bedeutet, dass für jeden Schüler individuell nach seiner persönlichen Lernausgangslage Unterricht geplant und gestaltet wird. Dabei stehen immer die Stärken des Schülers im Vordergrund, um gerade unseren Schülern das notwendige Selbstvertrauen und Selbstbewusstsein zu vermitteln.
Zwei Schulformen unter einem Dach, das bedeutete aber auch, dass innerhalb der letzten 40 Jahre eine Veränderung im Kollegium vollzogen wurde. Von einer Schule, in der zunächst nur Sonderschullehrer den Unterricht allein gestalteten, entwickelte sich die Astrid- Lindgren-Schule hin zu einer Förderschule, an der verschiedenste Fachlehrkräfte unterschiedliche Aufgabenbereiche im Sinne eines Teamteaching wahrnehmen. Zurzeit sind dies: 25 Förderschullehrkräfte, 3 Lehrerinnen aus dem Grund- und Hauptschulbereich, 8 pädagogische Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und eine Physiotherapeutin. Seit September 2005 ist auch eine Schulsozialarbeiterin im Rahmen eines 3 jährigen Projektes in der Schule tätig. Darüberhinaus ermöglichen wir zahlreichen Praktikanten und Referendaren erste Einblicke, Eindrücke und Erfahrungen im sonderpädagogischen Bereich zu sammeln. Diese Kompetenzvielfalt ist eine wesentliche Voraussetzung für die individuelle Zugangsweise auf unsere Schüler.
Mittlerweile besuchen 160 Schüler die Astrid-Lindgren-Schule, die in 17 Klassen unterrichtet werden. Schwerpunkte unserer Arbeit mit den Kindern sind: Eine gute Vorbereitung und Hinführung zum Beruf, Erziehung zu Toleranz und Gewaltfreiheit, Stärkung des Selbstbewusstseins und auch die Vergabe des Hauptschulabschlusses.
Wir hoffen auf eine Zukunft, in der wir nicht so sehr in unserer Arbeit Erlass bezogen sondern weiter individuell auf die Bedürfnisse unserer Schüler ausgerichtet fördern und fordern können.
Friedrich W. Jelinek, Schulleiter († 14.04.2008)



